Interviews, Smart Manufacturing

Bosch Interview: Vorteile eines durchgängigen Variantenmanagements bei der Entwicklung von Motorsteuerungen

Jochen Haerdtlein | Group Project Manager SW Architecture | Robert Bosch GmbH

Im Vorfeld des Online Events ScaleUp 360° Smartes Variantenmanagement haben wir uns mit Jochen Haerdtlein von Bosch über die Vorteile eines durchgängigen Variantenmanagements und deren Umsetzung bei Bosch unterhalten.

we.CONECT: Was sind die Vorteile eines durchgängigen Variantenmanagements bei der Entwicklung von Motorsteuerungen?

Jochen Haerdtlein: Mit dem durchgängigen Variantenmanagement müssen Variantenkonfigurationen in einer Produktentwicklung nur einmal getroffen werden und führen so zu einer Effizienz in der Projektentwicklung.

we.CONECT: Inwiefern lässt sich dieses Szenario auch für andere Softwareprodukte anwenden?

Jochen Haerdtlein: Das durchgängige Variantenmanagement lässt sich auf alle Softwareproduktentwicklungen in Produktlinien anwenden, wo die Plattform-Entwicklungen eine Wiederverwendungen von verschiedenen Artefakten (Anforderungen, Implementierung, Tests) vorsieht

we.CONECT: Wie lange hat das Setup der beschriebenen variantenbasierten Entwicklung gedauert? Seit wann wird dieser Ansatz bei Bosch schon umgesetzt?

Jochen Herdtlein: Aufgrund der Komplexität der Software und des organisatorischen Entwicklungssetup über drei Jahre, der Ansatz befindet sich gerade im breiten Rollout. Für die gängigen Entwicklungsschritte im ASPICE-Modell wurden und werden für Anforderungen, System- und SW-Architektur, Implementierung und Konfigurationen in HW und SW, Integrationen und Validierung gemäß dem Variantenmodell entwickelt.

we.CONECT: we.CONECT: Welche Hindernisse mussten bei der Entwicklung eines Lösungssetups mit Prozessen und Tools überwunden werden?

Jochen Haerdtlein: Gängige Tools stoßen bei unserer Komplexität häufig an Ihre Performance-Grenzen. Hier mussten mehrere architekturelle Lösungen erarbeitet werden. So mussten die System- und Softwarevarianten getrennt werden, insbesondere um auch die bestehende Legacy-Welt anzubinden.

we.CONECT: Welche Trends werden sich beim Varianten- und Komplexitätsmanagement Ihrer Meinung nach durchsetzen?

Jochen Haerdtlein: Höherer Fokus auf die Front-Planung von Varianten und Komplexitätsimpact, sowie das aktive Management von Technischer Schuld dieser Entscheidungen. Gerade in einer mechanisch geprägten Automobilbranche mit sicherheitskritischen Steuergeräten sind die mittel- und langfristigen Auswirkungen von Entscheidungen in der Software bzgl. Varianten und Komplexität gegenüber dem technischen Projektrisiko schwieriger zu bewerten. D.h. die Bewertung der mittel- und langfristigen Kosten in frühen Entwicklungsphasen wir zunehmend wichtiger werden.

we.CONECT: Vielen Dank, Herr Haerdtlein, für das Interview!

Jochen Haerdtlein ist Sprecher bei ScaleUp 360° Smartes Variantenmanagement!

Wann: 11. Februar 2020, 09:00 Uhr

Webinarthema: Efficient Variant-based Software-Product Development for Engine Control Systems

Webinarbeschreibung:
Die Entwicklung von Motorsteuerungen für Verbrennungsmotoren hat sich sehr variantenreich entwickelt. Basierend auf einem durchgängigen Variantenmanagements von Anforderungen bis Tests wird eine effiziente Arbeitsweise für tausende Entwickler und hunderter Ablieferungen pro Jahr ermöglicht.

– Variantenrahmen von modernen Motorsteuerungssystem
– Notwendigkeit des Managements der Varianten inkl. Lifecycle
– Lösungssetup mit zugehörigen Prozessen und Tools
– Nutzen und Herausforderungen des Szenarios

Weitere Informationen zu den Partnern bei ScaleUp 360°, Sprechern und Event Agenda,
finden Sie unter: www.scale-up-360.com/de/smartes-variantenmanagement