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Interview: Konsequent Am Komplexitätsmanagement Arbeiten

Karl-Heinz Wollscheid, Programmleiter Komplexitätsmanagement, Heidelberger Druckmaschinen

Im Vorfeld der ScaleUp 360° Smartes Variantenmanagement haben wir uns mit Karl-Heinz Wollscheid von Heidelberger Druckmaschinen über aktuelle Herausforderungen und neue Lösungsansätze im Variantenmanagement unterhalten.

we.CONECT: An welchen Projekten im Bereich Varianten- und/oder Komplexitätsmanagement sind Sie derzeit beteiligt?

Karl-Heinz Wollscheid: Nach dem Heidelberg sich in der Vergangenheit stark auf die Reduzierung der Varianten- und Produktkomplexität fokussiert hat, steht aktuell das Thema „Prozesskomplexität“ im Vordergrund. Beim Projekt „Neues Variantengrunddaten-System“, bei dem wir erstmals agile Methoden im Produktionsumfeld erproben,  arbeite ich als Scrum-Master mit. Daneben verfolge ich aktuell das Update unseres Variantenkosten-Tools im Einkaufbereich.

we.CONECT: Was sind bei Ihnen die wesentlichen Treiber von Komplexität? Wie und wo entstehen bei Ihnen kostspielige und wirtschaftlich unrentable Varianten?

Karl-Heinz Wollscheid: Wesentliche Treiber sind Teileanzahl, neu entstehende Varianten-Kombinationen und Prozesse. Durch den konsequenten Einsatz unseres Variantenkosten-Tools gelingt es uns weitgehend, wirtschaftlich unrentable Varianten schon vor ihrer Entstehung zu verhindern. Leider müssen wir aber auch heute noch feststellen, dass bei stark abweichenden Prognosedaten auch dieses Instrument nicht die gewünschten Ergebnisse liefern kann.

we.CONECT: Gibt es Lösungsansätze, wie Komplexitätstreiber im Variantenmanagement schnell zu identifizieren sind?

Karl-Heinz Wollscheid: Die Treiber für Komplexität wurden im Rahmen der Umsetzung unseres Komplexitätsmanagement-Programms identifiziert. Seit dem arbeiten wir daran, die Komplexität im Unternehmen nachhaltig zu reduzieren. Im Verlauf des Programms konnten wir die Anzahl der aus unserer Sicht relevanten Sachnummern um ca. 30% reduzieren. Daneben wurden durch das KM-Programm Kosteneinsparungen in Höhe von ca. 50 Mio. Euro erreicht.

we.CONECT: we.CONECT:Was sind die wesentlichen Herausforderungen in Ihrer Branche in Bezug auf Variantenmanagement, Produktentwicklung und Produktkonfiguration? Und wie begegnen Sie diesen Herausforderungen?

Karl-Heinz Wollscheid: Für Heidelberg liegt die Herausforderung darin, weiter konsequent am Thema Komplexitätsmanagement weiter zu arbeiten. Eine Anforderung, die speziell in unserem Unternehmen besteht, ist die Erneuerung unseres Variantengrunddaten-Systems. Historisch gewachsen habe wir in Produktion und Vertrieb heute unterschiedliche Systeme, deren Betreiben finanziell mit hohen Belastungen verbunden ist. Deshalb haben wir uns vor ca. einem Jahr entschlossen, ein neues Grunddatensystem einzuführen, was dann weltweit für alle Produktlinien ausgerollt werden soll.

we.CONECT: Welche Entwicklung wird das Thema Variantenmanagement und Komplexitätsmanagement am meisten in Ihrer Branche beeinflussen?

Karl-Heinz Wollscheid: Der zunehmende Wunsch unserer Kunden nach individuellen Lösungen wird dazu führen, dass Stückzahlen und Losgrößen  in der Produktion weiter sinken und die Anzahl der nicht-serien Lösungen stark zunimmt. Auch die technischen Veränderungen durch digitale Druckverfahren tragen zur weiteren Erhöhung der Komplexität von Produkten und Prozessen in unserem Unternehmen bei.

we.CONECT: Vielen Dank, Herr Wollscheid, für das Interview!

Karl-Heinz Wollscheid ist Sprecher bei der ScaleUp 360° Smartes Variantenmanagement!

Webinarthema: Komplexitätsmanagement im PLM / Wie lassen sich Komplexität und Kosten im Produktlebenszyklus senken?

Webinarbeschreibung:
Der erste Teil der Präsentation wird zeigen, wie das Thema Komplexitätsmanagement bei Heidelberg umgesetzt wurde und welche Erfolge bezüglich Reduzierung der Sachnummern- und Variantenvielfalt im Rahmen des KM-Programms bis heute erreicht werden konnten.

Im zweiten Teil des Vortrags wird vertieft, wie die Prozesskomplexität im PLM-Prozess optimiert wurde. Ein wichtiges Werkzeug, um den Informationstransfer bei der Produktentstehung wirtschaftlich, standardisiert und sicher zu gestalten, ist View2Connect. Dieses von Heidelberg entwickeltes Werkzeug auf Basis vorhandener 2D-/3D-Produktdaten reduziert den Aufwand im Planungsprozess und bildet die Basis für ein auftragsspezifische Dokumentation für Montage und Service.

– Komplexitätsmanagement bei der Heidelberger Druckmaschinen AG
– Nachhaltige Umsetzung der Bewertung von Variantenkosten
– Komplexitätsreduzierung im PLM-Prozess
– Praxisbeispiel Prozesskette Montageplanung Entwicklung – Montage – Service
– Systemgestützte Unterstützung bei der Bearbeitung von konstruktiven Änderungen

Weitere Informationen zu den Partnern bei ScaleUp 360°, Sprechern und Event Agenda, finden Sie unter: www.scale-up-360.com/de/smartes-variantenmanagement

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